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Donnerstag, 13. Dezember 2018« zurück | Impressum

2. Gruppenberatungen für spezielle Zielgruppen

2.1  Gruppenberatung für alleinerziehende Frauen

 

Für Frauen, die ihre Kinder ohne die Unterstützung des Vaters alleine aufziehen müssen, gibt es spezielle Fördermöglichkeiten. In dieser Gruppenberatung wird darüber aufgeklärt und informiert, welche Unterstützung es für allein erziehende Mütter gibt und wo man Beratung in schwierigen Lebenssituationen findet. Weiterhin werden aktuelle Förderprojekte vorgestellt, die alleinerziehende Mütter und Väter beraten und unterstützen.

 

 

2.2  Gruppenberatung für gering qualifizierte Frauen

 

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehen für an- und ungelernte Arbeitskräfte seit Jahren immer schlechter aus. In den Branchen und Tätigkeitsfeldern, wo An- und Ungelernte bislang beschäftigt wurden, sind bereits viele Arbeitsplätze weggefallen. Arbeitsplätze mit geringen Qualifikationsanforderungen werden mehrheitlich von Frauen eingenommen. Ihr Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren ist somit überdurchschnittlich hoch. Qualifizierungsmaßnahmen können zur Beschäftigungssicherung dieser Zielgruppe beitragen.

Nicht selten existieren jedoch gerade bei an- und ungelernten Frauen erhebliche Weiterbildungshemnisse. Hinzu kommt, dass Frauen dieses Personenkreises neben ihrer beruflichen (Vollzeit-) Tätigkeit fast alle zusätzlich durch Familie und Hausarbeit beansprucht sind. Ihr verfügbares Zeitbudget und auch ihr finanzielles Budget sind somit stark eingeschränkt.

Darüber hinaus trifft das Thema Weiterbildung im privaten Umfeld häufig auf Ablehnung. Hier sind Konflikte zu bewältigen und private Rahmenbedingungen zu klären. Das bedeutet einen zusätzlichen Aufwand an Kraft und Zeit. Außerdem liegen Lernerfahrungen bei an- und ungelernten Beschäftigten oft lange zurück und sind häufig negativ geprägt.

Deshalb ist es wichtig diese Gruppe von Frauen speziell für Weiterbildung zu motivieren und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie diese mit familiären Verpflichtungen verbinden können. Finanzielle Anreize, die die Weiterbildungsbeteiligung fördern (bsp. Darlehen für Bildungszwecke, steuerliche Behandlung von Weiterbildungsmaßnahmen, etc.) müssen transparent gemacht werden.

 

 

2.3  Gruppenberatung für Frauen 45 plus

 

Aufgrund des demografischen Wandels gehören Frauen 45 plus zu der Gruppe des Erwerbspersonenpotentials, das zukünftig eine für die Volkswirtschaft entscheidende Rolle spielen wird. In Zukunft müssen Innovationen mehr als bisher von Älteren getragen werden.

Die Weiterbildungsbereitschaft, insbesondere der älteren Frauen, ist weit höher als bisher angenommen. Häufig fehlt es ihnen jedoch an Mut, sich in Konkurrenzsituationen mit Jünge-ren zu begeben. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld der angestrebten Weiterbildungsaktivitäten Hilfestellung zu geben, um so das Selbstbewusstsein und die Motivation zu stärken und wichtige Potentiale zu fördern.

 

 

2.4  Gruppenberatung für Frauen, die Pflegezeit in Anspruch nehmen und anschließend beruflich wieder einsteigen wollen

 

Fast immer sind es Frauen, die ihre Berufstätigkeit unterbrechen müssen, um ein Elternteil zu Hause zu pflegen. Diese Notwendigkeit wird sich in den nächsten 10 Jahren gravierend verschärfen, denn die Pflege der Älteren wird nicht mehr von den Sozialkassen getragen werden können, so dass die häusliche Pflege in einem hohen Umfang an diese Stelle treten wird (bereits 2020 werden doppelt so viele häusliche Pflegeplätze für Ältere benötigt wie Kindergartenplätze).

ArbeitnehmerInnen können derzeit für die häusliche Pflege von Angehörigen bis zu einem halben Jahr im Beruf pausieren - allerdings bekommen sie in dieser Zeit kein Gehalt. Die Pflegezeit dauert jedoch in der Regel sehr viel länger. Bei der Rückkehr in den Beruf stehen bei den Frauen neben eventuellen beruflichen Defiziten noch mehr die Auswirkungen, die durch die mentale und psychische Belastung während der Pflegzeit entstanden sind, im Vordergrund.